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Bruttosieger und Nettosieger: wer gewinnt was?

Aktualisiert am 2. September 2026 · Timo Gede

Der Bruttosieger hat das beste Ergebnis ohne jede Vorgabe gespielt, der Nettosieger das beste Ergebnis nach Abzug der Spielvorgabe. Deshalb stehen in fast jedem Clubturnier zwei Personen nebeneinander auf dem Siegerfoto: Die Bruttowertung ehrt die stärkste golferische Leistung des Tages, die Nettowertung den besten Tag gemessen am eigenen Handicap.

Bruttowertung: das reine Ergebnis

Brutto heißt: gezählt wird, was tatsächlich auf der Karte steht — die Schläge im Zählspiel oder die Punkte, die sich direkt aus dem Bruttoergebnis ergeben. Vorgabenschläge spielen keine Rolle. Wer Brutto gewinnt, hat schlicht die niedrigste Schlagzahl des Feldes gespielt. Das gelingt praktisch immer den Personen mit den niedrigsten Handicaps, weil ihnen niemand etwas abzieht und sie auch nichts abgezogen bekommen.

Nettowertung: das Ergebnis abzüglich Spielvorgabe

Netto rechnet die persönliche Spielvorgabe ein. Im Zählspiel wird sie von der Bruttoschlagzahl abgezogen, bei Stableford wirkt sie Loch für Loch über die Vorgabenschläge. Die Spielvorgabe stammt aus dem Handicap-Index und den Werten des gespielten Abschlags:

Course Handicap (Spielvorgabe) = Runden(Index × Slope / 113 + (CR − Par))

Damit wird das Feld vergleichbar: Ein Index 28 kann eine Nettowertung genauso gewinnen wie ein Index 4. Wie sich die beiden Wertungen im Detail unterscheiden, steht im Beitrag Brutto- vs. Netto-Stableford; die Rechnung im Zählspiel zeigt Netto-Score im Zählspiel berechnen.

Ein Turnier, zwei Sieger: das Rechenbeispiel

Drei Personen spielen ein Einzel-Zählspiel auf einem Par-72-Platz, gelber Abschlag mit Course Rating 70,8 und Slope 128. Die Spielvorgabe ergibt sich für jede Person aus der Formel oben:

SpielerIndexSpielvorgabeBruttoNetto
A4,247672
B18,4209171
C28,03110473

Brutto gewinnt A mit 76 Schlägen — das ist mit Abstand die beste Runde des Tages. Netto gewinnt B mit 71 Schlägen, weil 91 Schläge bei Spielvorgabe 20 die deutlich stärkere Leistung gemessen am eigenen Handicap sind. Beide Preise gehen also an verschiedene Personen, obwohl A objektiv besser gespielt hat.

Warum Clubs beide Wertungen ausschreiben

Kann eine Person beides gewinnen?

Rechnerisch ja: Wer brutto die niedrigste Schlagzahl spielt, kann netto ebenfalls vorn liegen. Ob dann tatsächlich beide Preise an dieselbe Person gehen oder der Nettopreis an die nächstplatzierte Person weitergereicht wird, regelt ausschließlich die Ausschreibung des Wettspiels. Ebenso steht dort, wie bei Punktgleichheit entschieden wird. Welche Zeilen eine Ausschreibung sonst noch enthält, erklärt Ausschreibung lesen.

Für dein Handicap zählt weder Brutto- noch Nettosieg

Die Wertung entscheidet über Pokale, nicht über deinen Index. In die Handicap-Rechnung geht immer der Bruttoscore ein, und zwar über das Score Differential:

Score Differential = (Score − Course Rating) × 113 / Slope

Spieler B aus dem Beispiel kommt mit 91 Schlägen auf (91 − 70,8) × 113 / 128 = 17,8. Ob dieser Wert den Index bewegt, hängt davon ab, wie er sich in die besten 8 der letzten 20 Runden einsortiert — der Handicap-Rechner zeigt es dir direkt.

Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Verbindlich sind die Ausschreibung des jeweiligen Wettspiels und die Vorgabenführung durch deinen Heimatclub bzw. den DGV.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bruttosieger und Nettosieger?

Der Bruttosieger hat das beste Ergebnis ohne Vorgabenschläge gespielt, also die niedrigste Schlagzahl beziehungsweise die meisten Bruttopunkte. Der Nettosieger hat das beste Ergebnis nach Abzug der persönlichen Spielvorgabe.

Wer gewinnt die Bruttowertung beim Golfturnier?

In der Regel eine Person mit sehr niedrigem Handicap, weil in der Bruttowertung keine Vorgabenschläge berücksichtigt werden und ausschließlich die reine Schlagleistung zählt.

Kann man Brutto- und Nettosieger zugleich sein?

Rechnerisch ja. Ob beide Preise an dieselbe Person gehen oder der Nettopreis weitergereicht wird, legt die Ausschreibung des jeweiligen Turniers fest.