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Course Rating im Golf einfach erklärt

Aktualisiert am 27. Juli 2026 · Timo Gede

Das Course Rating (CR) gibt an, wie viele Schläge ein Scratch-Golfer – also ein Spieler mit Handicap 0 – auf diesem Platz im Schnitt braucht. Ein CR von 71,4 bedeutet: Ein sehr guter Spieler kommt hier im Mittel mit 71,4 Schlägen ins Clubhaus. Das CR ist kein Zielwert für dich, sondern der Nullpunkt, gegen den jede Runde für die Handicap-Berechnung gemessen wird.

Was das Course Rating misst

Das CR bewertet die Schwierigkeit eines Platzes für einen sehr guten Spieler – in Schlägen, mit einer Nachkommastelle. Bewertet werden dabei nicht nur die Länge der Bahnen, sondern auch Hindernisse wie Wasser, Bunker, Rough, Grünkonturen und die Breite der Fairways. Wie stark ein Platz zusätzlich für schwächere Spieler ansteigt, misst dagegen der Slope-Wert. Beide Zahlen gehören zusammen: Das CR beschreibt das absolute Niveau, der Slope die relative Zusatz-Schwierigkeit.

Course Rating ist nicht Par

Par ist eine gesetzte Zahl aus der Bahnlänge, das Course Rating ein gemessener Erwartungswert. Deshalb weichen beide fast immer voneinander ab:

VerhältnisBedeutung
CR über ParDer Platz spielt sich schwerer, als das Par vermuten lässt
CR ungefähr gleich ParPar und tatsächliche Schwierigkeit passen zusammen
CR unter ParDer Platz spielt sich leichter als sein Par

Genau diese Differenz taucht später in deiner Spielvorgabe wieder auf.

Jeder Abschlag hat sein eigenes CR

Ein Platz hat nicht ein Course Rating, sondern viele: je Abschlag und je Geschlecht ein eigenes. Von den hinteren Abschlägen ist das CR höher als von den vorderen, weil die Bahnen länger sind. Auf der Scorekarte findest du deshalb eine Tabelle mit CR und Slope pro Teebox – nimm immer die Zeile des Abschlags, von dem du tatsächlich gespielt hast. Für 9-Loch-Runden gibt es zusätzlich ein separates CR9 nur für die neun gespielten Löcher; es ist nicht die Hälfte des 18-Loch-Werts.

So fließt das CR in dein Handicap ein

Bei jeder vorgabenwirksamen Runde wird dein Ergebnis um das Course Rating bereinigt und mit dem Slope auf den Durchschnittsplatz (Slope 113) normiert:

Score Differential = (Score − Course Rating) × 113 / Slope

Du spielst also nicht gegen das Par, sondern gegen das Course Rating. Aus deinen Differentials entsteht der Handicap-Index als Durchschnitt der besten 8 der letzten 20 Runden – Details dazu im Beitrag Score Differential berechnen.

Rechenbeispiel

Du spielst 88 Schläge auf einem Platz mit CR 71,4 und Slope 128:

(88 − 71,4) × 113 / 128 = 14,7

Dieselben 88 Schläge auf einem leichteren Platz mit CR 69,0 und Slope 118 ergeben:

(88 − 69,0) × 113 / 118 = 18,2

Das niedrigere Differential auf dem schwereren Platz zeigt: Das CR sorgt dafür, dass Runden auf unterschiedlichen Plätzen vergleichbar werden.

CR und deine Spielvorgabe

Auch in der Spielvorgabe steckt das Course Rating – über die Differenz zwischen CR und Par:

Course Handicap = Runden(Index × Slope / 113 + (CR − Par))

Liegt das CR über dem Par, bekommst du auf diesem Platz zusätzliche Vorgabenschläge; liegt es darunter, entsprechend weniger. Beides rechnet der Handicap-Rechner automatisch aus, wenn du CR, Slope und Par einträgst. Wie die Spielvorgabe genau zustande kommt, erklärt der Beitrag Spielvorgabe berechnen.

Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Verbindlich für dein Handicap ist die Führung durch deinen Heimatclub bzw. den DGV.

Handicap mit CR & Slope berechnen
Handicap mit CR & Slope berechnen →

Häufige Fragen

Was bedeutet Course Rating im Golf?

Das Course Rating gibt an, wie viele Schläge ein Scratch-Golfer mit Handicap 0 auf diesem Platz und von diesem Abschlag im Schnitt benötigt. Es wird mit einer Nachkommastelle angegeben und steht auf der Scorekarte.

Was ist der Unterschied zwischen Course Rating und Par?

Par ist eine aus der Bahnlänge festgelegte Zahl, das Course Rating ein gemessener Erwartungswert für einen sehr guten Spieler. Liegt das CR über dem Par, spielt sich der Platz schwerer, als das Par vermuten lässt.

Wo finde ich Course Rating und Slope?

Beide Werte stehen auf der Scorekarte oder im Aushang am ersten Abschlag – je Abschlag und Geschlecht getrennt. Nimm immer die Zeile des Abschlags, von dem du gespielt hast.