Matchplay im Doppel: Vorgabenschläge zwischen zwei Paaren
Im Doppel-Matchplay spielt niemand seine volle Spielvorgabe: Bezugspunkt ist die niedrigste Spielvorgabe der vier Beteiligten. Wer diesen Wert hat, spielt ohne Vorgabe, alle anderen erhalten die Differenz zu ihm – Loch für Loch verteilt nach Stroke Index. Damit hängt das Ergebnis nur noch von den Abständen ab, nicht von der absoluten Höhe der Handicaps.
Vorgabenschläge = eigene Spielvorgabe − niedrigste Spielvorgabe im Match
Schritt 1: vier Spielvorgaben für diesen Platz
Verglichen wird nie der Handicap-Index, sondern die Spielvorgabe für den gespielten Platz und Abschlag:
Spielvorgabe = Runden(Index × Slope / 113 + (Course Rating − Par))
Beispiel für einen Platz mit Slope 128, Course Rating 71,2 und Par 72:
| Spieler | Handicap-Index | Spielvorgabe |
|---|---|---|
| A | 8,4 | 9 |
| B | 12,0 | 13 |
| C | 18,6 | 20 |
| D | 26,3 | 29 |
Spielt jemand von einem anderen Abschlag, rechnet diese Person mit dem Course Rating und Slope ihres Abschlags – der Ausgleich ergibt sich anschließend automatisch aus der Differenz. Die Einzelwerte liefert der Handicap-Rechner, den Rechenweg zeigt Spielvorgabe berechnen.
Schritt 2: alles auf den niedrigsten Wert beziehen
Die niedrigste Spielvorgabe im Beispiel ist die 9 von Spieler A. Alle anderen bekommen ihre Differenz zu diesem Wert:
| Spieler | Spielvorgabe | Rechnung | Vorgabenschläge |
|---|---|---|---|
| A | 9 | 9 − 9 | 0 |
| B | 13 | 13 − 9 | 4 |
| C | 20 | 20 − 9 | 11 |
| D | 29 | 29 − 9 | 20 |
Dass der Bezugspunkt aus dem gegnerischen Paar stammen kann, ist normal: Entscheidend ist der niedrigste Wert am Tee, unabhängig von der Teamzugehörigkeit. Für zwei einzelne Spieler gilt dasselbe Prinzip mit nur einer Differenz – nachzulesen unter Wie viele Schläge bekomme ich im Matchplay?.
Schritt 3: nach Stroke Index verteilen
Die Schläge fallen dort an, wo sie am dringendsten gebraucht werden – beginnend bei Stroke Index 1. Spieler B bekommt je einen Schlag auf den Bahnen mit Stroke Index 1 bis 4, Spieler C auf Stroke Index 1 bis 11.
Bei Spieler D sind es 20 Schläge und damit mehr als 18: Zuerst bekommt jedes Loch einen Schlag, die restlichen zwei werden erneut ab Stroke Index 1 vergeben.
| Stroke Index des Lochs | Schläge für D (20) |
|---|---|
| 1 und 2 | 2 |
| 3 bis 18 | 1 |
Die vollständige Systematik steht in Vorgabenschläge nach Stroke Index verteilen.
Zwei Paare, aber je ein eigener Ball
Spielt jedes Paar im Vierball – also beide mit eigenem Ball – zählt pro Loch das bessere Netto-Ergebnis des Teams gegen das bessere Netto-Ergebnis der Gegner. Wer weniger Netto-Schläge braucht, gewinnt das Loch; bei Gleichstand wird geteilt. Ein Beispiel auf einer Bahn mit Stroke Index 4, Par 4: C spielt brutto 5 und hat dort einen Schlag, also netto 4. A spielt brutto 4 ohne Vorgabe, ebenfalls netto 4. Das Loch ist geteilt.
Ein Ball pro Team: erst Teamvorgabe, dann Differenz
Spielt jedes Paar nur einen Ball, etwa im 2-gegen-2-Scramble, wird zuerst je eine Teamvorgabe gebildet und erst danach die Differenz zwischen den beiden Teams. Für das Scramble ist beim GVNRW die 35/15-Gewichtung belegt:
Teamvorgabe = Runden(0,35 × niedrigere + 0,15 × höhere Spielvorgabe)
Mit den Werten von oben ergibt das für A und B: 0,35 × 9 + 0,15 × 13 = 3,15 + 1,95 = 5,10 → 5. Für C und D: 0,35 × 20 + 0,15 × 29 = 7,00 + 4,35 = 11,35 → 11. Die Differenz beträgt 6 Schläge: Team C/D bekommt je einen Schlag auf Stroke Index 1 bis 6, Team A/B spielt ohne Vorgabe. Beides samt Scorekarte rechnet der Scramble-Rechner aus.
| Variante | Bezugsgröße | Vorgabenschläge |
|---|---|---|
| Vierball-Matchplay (je eigener Ball) | niedrigste der vier Spielvorgaben | Differenz je Person |
| Team-Matchplay (ein Ball je Paar) | niedrigere der zwei Teamvorgaben | Differenz je Team |
Was die Ausschreibung ändern kann
Viele Wettspiele geben nicht die volle Differenz, sondern nur einen Anteil davon frei. Welcher Anteil das ist und ob überhaupt einer angesetzt wird, legt die Ausschreibung fest – feste Prozentwerte sollte man nicht aus anderen Turnieren übernehmen. Wie man solche Bedingungen liest, zeigt Die Ausschreibung Zeile für Zeile. Für den Handicap-Index bleibt das ohnehin folgenlos: Lochspiele sind nicht vorgabenwirksam.
Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Maßgeblich ist die Ausschreibung des jeweiligen Wettspiels; verbindlich für dein Handicap ist dein Heimatclub bzw. der DGV.
Doppel-Vorgaben berechnen →
Häufige Fragen
Wie viele Schläge bekomme ich im Doppel-Matchplay?
So viele, wie deine Spielvorgabe über der niedrigsten Spielvorgabe der vier Beteiligten liegt. Bei Spielvorgabe 20 gegen einen niedrigsten Wert von 9 sind es 11 Schläge, verteilt auf die Bahnen mit Stroke Index 1 bis 11.
Wird im Doppel die Vorgabe des Teams oder jedes Spielers genommen?
Das hängt vom Format ab. Spielt jede Person ihren eigenen Ball, bekommt jede einzeln die Differenz zur niedrigsten der vier Spielvorgaben. Spielt jedes Paar nur einen Ball, wird zuerst je eine Teamvorgabe gebildet und dann die Differenz zwischen den beiden Teams gespielt.
Was passiert, wenn die Differenz größer als 18 Schläge ist?
Dann bekommt zunächst jedes der 18 Löcher einen Schlag, und die übrigen Schläge werden erneut ab Stroke Index 1 verteilt. Bei 20 Schlägen sind es also zwei Schläge auf den Bahnen mit Stroke Index 1 und 2.