Ready Golf: Wer bereit ist, schlägt – so funktioniert's
Ready Golf heißt: Wer spielbereit ist und niemanden gefährdet oder stört, schlägt – statt zu warten, bis der Spieler mit dem weitesten Abstand zur Fahne oder der mit der Ehre an der Reihe war. Im Zählspiel und im Stableford ist das ausdrücklich erwünscht, weil die Reihenfolge dort keinen Einfluss auf das Ergebnis hat. Im Lochspiel dagegen ist die Reihenfolge Teil des Duells; dort spielt man in der Regel weiter klassisch.
Was bedeutet Ready Golf?
Die traditionelle Reihenfolge lautet: Am Abschlag hat die Ehre, wer das vorige Loch am besten gespielt hat; danach spielt zuerst, wer am weitesten vom Loch entfernt ist. Ready Golf lockert das: Wer fertig ist – Schläger gewählt, Schlag geplant, Weg frei –, spielt einfach. Ziel ist ein flüssiges Spieltempo, ohne dass sich jemand beeilen oder Sicherheit opfern muss.
Typische Ready-Golf-Situationen
- Abschlag: Wer schon bereitsteht, schlägt ab, während der Spieler mit der Ehre noch die Scorekarte ausfüllt.
- Kurze Schläge zuerst: Ein kürzerer Spieler schlägt, während ein Longhitter noch wartet, bis die Gruppe vorne außer Reichweite ist.
- Am Grün: Wer einen kurzen Rest-Putt hat, locht ein, statt seinen Ball zu markieren und zu warten.
- Scorekarte später: Ergebnisse am nächsten Abschlag notieren, nicht am Grün stehen bleiben.
- Ball suchen: Mitspieler, die nicht suchen helfen, spielen zwischendurch ihren eigenen Ball.
Sicherheit geht immer vor: Niemand schlägt, wenn ein Mitspieler vor ihm steht oder in Schlagrichtung läuft.
Ready Golf je Spielform
| Spielform | Ready Golf? | Warum |
|---|---|---|
| Zählspiel | üblich und erwünscht | Jeder spielt gegen den Platz; die Reihenfolge ändert das Ergebnis nicht. |
| Stableford | üblich und erwünscht | Punkte je Loch hängen nur von deinen Netto-Schlägen ab. |
| Lochspiel (Matchplay) | meist nicht | Wer zuerst spielt, gibt dem Gegner Informationen – die Reihenfolge ist Teil der Taktik. |
| Scramble / Team-Formate | häufig, laut Ausschreibung | Gerade bei Kanonenstarts zählt ein zügiges Tempo der ganzen Gruppe. |
Ob und wie Ready Golf in einem Turnier vorgegeben ist, steht in der Ausschreibung bzw. den Platzregeln des Clubs.
Warum Stableford das Tempo zusätzlich hilft
Im Stableford gibt ein Loch nie weniger als 0 Punkte. Die Punkte je Loch folgen der Formel:
Punkte = max(0, 2 − (Netto-Schläge − Par))
Sobald du netto ein Doppelbogey erreicht hast, kannst du keinen Punkt mehr holen – den Ball aufzunehmen spart dann Zeit, ohne dein Ergebnis zu ändern. Wie das genau funktioniert, erklärt der Beitrag Ball aufnehmen im Stableford. Die Unterschiede der Zählweisen findest du unter Matchplay vs. Zählspiel.
Vor der Runde vorbereiten spart Zeit
Wer seine Spielvorgabe schon vor dem ersten Abschlag kennt und die Vorgabenschläge auf der Karte markiert hat, rechnet unterwegs nicht. Die Spielvorgabe ergibt sich aus Index, Slope, Course Rating und Par:
Spielvorgabe = Runden(Index × Slope / 113 + (CR − Par))
Mit dem Handicap-Rechner hast du den Wert in Sekunden; für Teamwettspiele hilft der Scramble-Rechner.
Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Verbindlich sind die Golfregeln, die Ausschreibung und die Platzregeln deines Clubs sowie für dein Handicap dein Heimatclub bzw. der DGV.
Spielvorgabe vor der Runde berechnen →
Häufige Fragen
Was bedeutet Ready Golf?
Ready Golf bedeutet, dass spielt, wer bereit ist – unabhängig davon, wer die Ehre hat oder am weitesten von der Fahne entfernt liegt. Voraussetzung ist, dass niemand gefährdet oder gestört wird.
Ist Ready Golf im Lochspiel erlaubt?
Im Lochspiel ist die Reihenfolge Teil des Duells, deshalb spielt man dort in der Regel klassisch: Ehre am Abschlag, danach der Spieler, der weiter vom Loch entfernt ist. Ready Golf ist vor allem im Zählspiel und Stableford üblich.
Ist Ready Golf im Turnier erlaubt?
Im Zählspiel und Stableford ist Ready Golf üblich und wird oft ausdrücklich empfohlen. Was im konkreten Turnier gilt, steht in der Ausschreibung bzw. den Platzregeln des Clubs.