Course Rating 9 Loch: CR9 und Slope9 richtig lesen
Für eine 9-Loch-Runde brauchst du eigene Platzwerte: CR9 und Slope9 – das Course Rating und den Slope genau der neun Löcher, die du gespielt hast. Beide stehen separat auf der Scorekarte. CR9 ist nicht die Hälfte des 18-Loch-Course-Ratings, und Slope9 ist erst recht nicht die Hälfte des 18-Loch-Slopes.
Warum CR9 nicht die Hälfte von CR18 ist
Ein Platz wird nicht als Ganzes bewertet und dann geteilt: Die erste und die zweite Neun werden getrennt vermessen. Und sie sind fast nie gleich schwer – eine Neun hat die längeren Bahnen, mehr Wasser oder das engere Rough. Deshalb bekommt jede Neun ihr eigenes Course Rating, und die Hälfte des 18-Loch-Werts trifft die gespielte Neun in der Regel daneben.
Was das Course Rating grundsätzlich aussagt – nämlich den Schlag-Erwartungswert eines Scratch-Golfers – erklärt der Beitrag Course Rating einfach erklärt. Für 9 Loch gilt dasselbe Prinzip, nur eben auf halber Strecke: Ein CR9 von 36,8 heißt, ein Spieler mit Handicap 0 braucht auf diesen neun Löchern im Mittel 36,8 Schläge.
Slope9: halbieren ergibt hier gar keinen Sinn
Beim Slope liegt der Denkfehler noch näher. Der Slope ist kein Schlagwert, sondern ein Verhältnis: Er misst, wie viel stärker die Schwierigkeit für einen schwächeren Spieler ansteigt. Ein Verhältnis halbiert man nicht, wenn man die halbe Strecke spielt. Slope9 bewegt sich deshalb in derselben Spanne wie jeder andere Slope – 55 bis 155, mit 113 als Mittelwert – und kann über oder unter dem 18-Loch-Slope desselben Platzes liegen.
Welche Zeile du auf der Scorekarte brauchst
Die Rating-Tabelle auf der Karte ist mehrfach unterteilt. Du brauchst genau eine Zeile:
| Merkmal | Worauf du achtest |
|---|---|
| Abschlag | Die Farbe/Teebox, von der du tatsächlich gespielt hast |
| Geschlecht | Damen- und Herren-Ratings stehen getrennt |
| Strecke | Die gespielte Neun – „Out“ (Loch 1–9) oder „In“ (Loch 10–18) |
Wer die zweiten neun Löcher spielt, nimmt also die „In“-Werte, nicht die „Out“-Werte. Wie die übrigen Felder der Karte zusammenhängen, zeigt der Beitrag Scorekarte lesen.
So setzt du CR9 und Slope9 ein
In der Handicap-Berechnung ersetzen CR9 und Slope9 die 18-Loch-Werte im ersten Teil der 9-Loch-Formel:
Differential(18) = (Score9 − CR9) × 113 / Slope9 + (0,52 × Index + 1,2)
Ein Beispiel: Du hast Handicap-Index 20,0 und spielst die zweiten neun Löcher in 52 Schlägen, CR9 36,8 und Slope9 130.
(52 − 36,8) × 113 / 130 = 13,2
0,52 × 20,0 + 1,2 = 11,6
13,2 + 11,6 = 24,8
Was der falsche Wert kostet
Angenommen, dieselbe Karte weist als 18-Loch-Rating 72,6 aus – die gespielte Neun ist mit 36,8 also die schwerere Hälfte. Wer stattdessen einfach halbiert und mit 36,3 rechnet:
(52 − 36,3) × 113 / 130 = 13,6
Das Differential wäre um 0,4 zu hoch – und zwar systematisch bei jeder Runde auf dieser Neun. Genau deshalb lohnt der Blick in die richtige Zeile. Den kompletten Rechenweg inklusive Erwartungswert vertieft der Beitrag Score Differential für 9-Loch-Runden.
Wenn keine 9-Loch-Werte auf der Karte stehen
Ohne CR9 und Slope9 für die gespielte Neun lässt sich das Differential nicht sauber berechnen – geschätzte oder halbierte Werte verfälschen das Ergebnis. Die offiziellen Werte hängen in der Regel am ersten Abschlag aus oder liegen im Sekretariat vor. Hast du sie, übernimmt der Handicap-Rechner die Umrechnung auf ein volles 18-Loch-Differential automatisch.
Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Verbindlich für dein Handicap ist die Führung durch deinen Heimatclub bzw. den DGV.
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Häufige Fragen
Was ist das Course Rating für 9 Loch?
CR9 ist das Course Rating genau der neun Löcher, die du gespielt hast: die Schlagzahl, die ein Scratch-Golfer dort im Mittel benötigt. Es wird für jede Neun, jeden Abschlag und jedes Geschlecht separat ausgewiesen.
Ist CR9 die Hälfte des 18-Loch-Course-Ratings?
Nein. Beide Neun werden getrennt bewertet und sind fast nie gleich schwer. Die Hälfte des 18-Loch-Werts trifft die gespielte Neun daher in der Regel nicht – nimm immer das ausgewiesene CR9.
Wo finde ich Slope und Course Rating für 9 Loch?
In der Rating-Tabelle auf der Scorekarte oder im Aushang am ersten Abschlag – dort getrennt nach Abschlag, Geschlecht und gespielter Neun (Out für Loch 1–9, In für Loch 10–18).