Flighteinteilung im Golfturnier: Flights und Startzeiten
Ein Flight ist die Spielgruppe aus meist drei oder vier Personen, die im Turnier gemeinsam startet. Die Einteilung übernimmt der Spielausschuss des ausrichtenden Clubs, in der Regel nach den Vorgabenklassen der Ausschreibung: Wer die niedrigere Vorgabe hat, startet üblicherweise in den späteren Flights. Die fertige Startliste hängt kurz vor dem Turnier aus oder steht im Turnierportal.
Was ist ein Flight?
Der Begriff „Flight“ ist im deutschsprachigen Golf die übliche Bezeichnung für eine Spielgruppe. Vier Personen sind der Normalfall, drei sind schneller und werden bei ungerader Teilnehmerzahl oder auf vollen Plätzen bevorzugt. Zweier-Flights kommen bei Team-Formaten und im Lochspiel vor. Innerhalb des Flights schreibt jede Person die Zählerkarte einer anderen – die Karte, die am Ende abgegeben wird, ist nicht die eigene.
Wer teilt die Flights ein – und wonach?
Zuständig ist immer der Spielausschuss beziehungsweise das Sekretariat des ausrichtenden Clubs. Typische Kriterien:
- Vorgabenklasse: Die Ausschreibung teilt das Feld in Klassen. Innerhalb einer Klasse werden die Flights zusammengestellt, damit die Wertung vergleichbar bleibt.
- Startreihenfolge nach Spielstärke: Häufig starten die höheren Vorgaben zuerst, die niedrigsten Vorgaben zuletzt – so spielen die Führenden am Ende in direkter Konkurrenz.
- Damen/Herren und Abschläge: Wer von unterschiedlichen Abschlägen spielt, kann trotzdem in einem Flight sein; die Spielvorgabe wird je Abschlag einzeln berechnet.
- Wünsche und Meldungen: Wunschflights, Gäste und Team-Meldungen werden nach Möglichkeit berücksichtigt, sind aber nachrangig gegenüber der Klasseneinteilung.
Startzeiten oder Kanonenstart
Zwei Startformen sind üblich, und sie bestimmen den Ablauf des Turniertages komplett:
| Startzeiten (Tee-Time) | Kanonenstart | |
|---|---|---|
| Ablauf | Flights starten im Takt von Loch 1 (teilweise zusätzlich von Loch 10) | alle Flights starten gleichzeitig, jeder auf einem anderen Loch |
| Abstand | meist 8–10 Minuten je Flight | entfällt |
| Feldgröße | flexibel, auch kleine Felder | braucht ein volles Feld, ein Flight je Loch |
| Ende | gestaffelt über den Tag | alle kommen etwa gleichzeitig rein |
| Typisch für | Clubmeisterschaften, vorgabenwirksame Turniere | Firmen- und Charity-Turniere, gesellige Formate |
Beim Kanonenstart beginnt ein Flight zum Beispiel auf Loch 7 und spielt dann über 8, 9, 1, 2 … bis Loch 6. Für die Wertung ändert das nichts: Gezählt wird die volle Runde, die Löcher werden in der normalen Reihenfolge der Scorekarte notiert.
Was du vor dem ersten Abschlag brauchst
Die Startliste sagt dir Flight, Startzeit und Startloch. Dazu kommt deine Spielvorgabe für genau diesen Platz und Abschlag – sie steht auf der Turnier-Scorekarte und entscheidet, auf welchen Löchern du Vorgabenschläge bekommst:
Course Handicap (Spielvorgabe) = Runden(Index × Slope / 113 + (CR − Par))
Rechne sie vorab mit dem Handicap-Rechner nach, wenn du von einem ungewohnten Abschlag spielst. Wie sich Index und Spielvorgabe unterscheiden, erklärt Course Handicap vs. Handicap-Index. Wird nach Punkten gewertet, hilft Einzel-Stableford.
Reihenfolge im Flight
Auf dem ersten Abschlag gilt die Reihenfolge der Startliste. Danach schlägt ab, wer auf dem vorherigen Loch das beste Ergebnis hatte („die Ehre“). Auf der Bahn spielt jeweils die Person, die am weitesten vom Loch entfernt liegt. In geselligen Turnieren ist stattdessen „Ready Golf“ üblich: Wer bereit ist, spielt – das hält das Feld in Bewegung.
Team-Turniere: Flight ist nicht gleich Team
Bei Scramble, Vierer oder Vierball besteht ein Flight oft aus zwei Teams zu je zwei Personen. Eingeteilt wird dann nach der gemeinsamen Teamvorgabe, nicht nach einzelnen Vorgaben. Die Formeln dafür legt die Ausschreibung fest – im Doppel-Matchplay ist im GVNRW-Bereich die 35/15-Regel verbreitet:
Scramble-Teamvorgabe = Runden(0,35 × niedrigere + 0,15 × höhere Spielvorgabe)
Die Teamvorgabe samt Schlagverteilung auf der Scorekarte rechnet der Scramble-Rechner aus. Ob die Runde am Ende in dein Handicap einfließt, hängt vom Format und der Ausschreibung ab – die Kriterien stehen in Was heißt vorgabenwirksam?.
Hinweis: Diese Übersicht ist inoffiziell. Verbindlich sind die Ausschreibung des jeweiligen Wettspiels und die Entscheidungen des Spielausschusses; für dein Handicap ist die Führung durch deinen Heimatclub bzw. den DGV maßgeblich.
Spielvorgabe berechnen →
Häufige Fragen
Wie viele Spieler sind in einem Flight?
Üblich sind drei oder vier Personen pro Flight. Vierer-Flights sind der Standard, Dreier-Flights werden bei ungerader Teilnehmerzahl oder für ein zügigeres Feld gebildet. Im Lochspiel und in Team-Formaten kommen auch Zweier-Flights vor.
Wer teilt die Flights beim Golfturnier ein?
Der Spielausschuss beziehungsweise das Sekretariat des ausrichtenden Clubs. Eingeteilt wird nach den Vorgabenklassen der Ausschreibung; häufig starten die höheren Vorgaben zuerst und die niedrigsten zuletzt.
Was ist ein Kanonenstart beim Golf?
Beim Kanonenstart starten alle Flights gleichzeitig, jeder auf einem anderen Loch. Dadurch kommen alle etwa zur selben Zeit ins Clubhaus zurück. Für die Wertung zählt trotzdem die komplette Runde in der normalen Lochreihenfolge.