StartRatgeber › Einstelliges Handicap: was ein Index unter 10 verlangt

Einstelliges Handicap: was ein Index unter 10 verlangt

Aktualisiert am 6. September 2026 · Timo Gede

Ein einstelliges Handicap bedeutet einen Handicap-Index unter 10,0 – und der entsteht nicht aus einer einzelnen guten Runde, sondern aus dem Durchschnitt der besten 8 der letzten 20 Score Differentials. Rechnerisch heißt das: Acht der zwanzig gewerteten Runden müssen im Schnitt ein Differential unter 10,0 liefern. Zwölf schwächere Runden dürfen dabei beliebig hoch ausfallen, sie zählen nicht mit.

Handicap-Index = Durchschnitt der besten 8 der letzten 20 Score Differentials

Welche Differentials dafür nötig sind

Jedes Differential entsteht aus Score, Course Rating und Slope des gespielten Abschlags:

Score Differential = (Score − Course Rating) × 113 / Slope

Was das konkret an Schlägen bedeutet, hängt vom Platz ab. Auf einem Beispielplatz mit CR 71,5, Slope 130 und Par 72 sehen die Werte so aus:

BruttoscoreRechnungScore Differential
78(78 − 71,5) × 113 / 1305,7
80(80 − 71,5) × 113 / 1307,4
82(82 − 71,5) × 113 / 1309,1
84(84 − 71,5) × 113 / 13010,9
86(86 − 71,5) × 113 / 13012,6
88(88 − 71,5) × 113 / 13014,3

Auf diesem Platz liegt die Grenze also grob bei einem Score um 83: Wer regelmäßig 82 oder besser spielt, produziert Differentials im einstelligen Bereich. Auf einem leichteren Platz mit niedrigerem Slope braucht derselbe Indexwert einen niedrigeren Score, auf einem schwereren einen höheren – der Rückweg vom Wunsch-Differential zum nötigen Score steht in Welchen Score brauche ich für mein Handicap?.

Rechenbeispiel: acht Runden, ein Index

Angenommen, aus den letzten 20 Runden sind das die acht besten Differentials:

5,7 · 7,4 · 8,4 · 9,1 · 9,6 · 10,9 · 11,5 · 12,6 → Summe 75,2 → 75,2 / 8 = 9,4

Der Index liegt bei 9,4 und damit einstellig – obwohl drei der acht Werte über 10 liegen. Entscheidend ist der Durchschnitt, nicht jeder einzelne Wert. Umgekehrt gilt: Damit ein Index unter 10,0 bleibt, darf die Summe der besten acht Differentials 80,0 nicht erreichen.

Warum eine einzelne Traumrunde nicht reicht

Ein neues Differential verdrängt im Zwanzigerfenster immer nur den bisher achtbesten Wert – und die Wirkung auf den Index ist die Differenz der beiden, geteilt durch acht. Eine Runde, die 4 Schläge besser ist als der verdrängte Wert, senkt den Index also um 0,5. Der Weg zum einstelligen Handicap besteht deshalb aus acht guten Runden, nicht aus einer. Wie stark eine einzelne Runde wirkt, rechnet Wie schnell sinkt das Handicap? durch; warum überhaupt die besten 8 gewählt werden, erklärt Beste 8 von 20.

Was ein einstelliger Index auf dem Platz bedeutet

Der Index ist keine Schlagzahl, sondern wird für jeden Platz in eine Spielvorgabe umgerechnet:

Spielvorgabe = Runden(Index × Slope / 113 + (CR − Par))

Für Index 9,4 auf dem Beispielplatz oben ergibt das Runden(9,4 × 130 / 113 + (71,5 − 72)) = Runden(10,3) = 10 Vorgabenschläge – einen auf jedem der zehn schwersten Löcher. Auf einem anderen Platz kann derselbe Index 9 oder 12 Schläge ergeben. Beides lässt sich im Handicap-Rechner direkt ausrechnen.

Der praktische Weg dorthin

Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Verbindlich für dein Handicap ist die Führung durch deinen Heimatclub bzw. den DGV.

Jetzt Handicap berechnen
Jetzt Handicap berechnen →

Häufige Fragen

Was bedeutet ein einstelliges Handicap?

Einen Handicap-Index unter 10,0. Er entsteht, wenn der Durchschnitt der besten 8 der letzten 20 Score Differentials kleiner als 10,0 ist.

Wie viele gute Runden brauche ich für ein einstelliges Handicap?

Acht. Der Index ist der Durchschnitt der besten 8 aus den letzten 20 Runden – eine einzelne sehr gute Runde verdrängt nur den bisher achtbesten Wert und senkt den Index um die Differenz geteilt durch acht.

Welchen Score brauche ich für Handicap 9?

Das hängt vom Platz ab. Auf einem Platz mit Course Rating 71,5 und Slope 130 ergibt ein Score von 82 ein Differential von 9,1; acht solcher Runden im Zwanzigerfenster ergeben einen Index um 9.