Order of Merit im Golf: wie eine Turnierserie gewertet wird
Eine Order of Merit ist eine Jahres- oder Serienwertung: Mehrere Turniere eines Clubs werden über ein Punktesystem zu einer einzigen Rangliste verbunden. Wer bei einem Turnier der Serie gut platziert ist, sammelt Punkte; am Saisonende gewinnt die Gesamtwertung, wer die meisten Punkte hat. Welche Turniere zählen und wie viele Punkte es je Platzierung gibt, legt allein der ausrichtende Club in den Serienbedingungen fest — ein bundesweit einheitliches Punkteschema gibt es dafür nicht.
Was eine Order of Merit von einem Turnier unterscheidet
Ein einzelnes Turnier wertet eine Runde: Wer an diesem Tag das beste Ergebnis abliefert, gewinnt. Eine Order of Merit wertet Konstanz über eine Saison. Ein einziger Turniersieg reicht selten für den Gesamtsieg, wenn jemand anderes bei sechs Turnieren regelmäßig in den Top Ten landet. Genau das ist die Absicht dahinter: Die Serie belohnt, wer oft startet und stabil spielt, nicht nur den einen großen Tag.
Der Name stammt aus dem Profigolf, wo Turnierserien traditionell eine Saisonrangliste führen. Clubs und Regionalverbände haben das Prinzip übernommen, weil es mit wenig Aufwand eine Saisonspannung erzeugt, die über den einzelnen Wettspieltag hinausgeht.
Woraus eine Serienwertung besteht
Die Bausteine sind fast überall dieselben; die konkreten Zahlen stehen immer in den Bedingungen der jeweiligen Serie:
| Baustein | Was er regelt | Wer ihn festlegt |
|---|---|---|
| Zählende Turniere | welche Wettspiele der Saison zur Serie gehören | Ausrichter / Spielausschuss |
| Punkteschlüssel | wie viele Punkte es je Platzierung gibt | Ausrichter / Spielausschuss |
| Streichergebnisse | ob schwache Turniere aus der Wertung fallen | Ausrichter / Spielausschuss |
| Mindestteilnahme | wie viele Starts für die Gesamtwertung nötig sind | Ausrichter / Spielausschuss |
| Wertungsgrundlage | ob Brutto- oder Nettoergebnis Punkte bringt | Ausrichter / Spielausschuss |
Der letzte Punkt entscheidet am stärksten darüber, wer realistisch um den Gesamtsieg mitspielt. Vergibt die Serie Punkte nach der Bruttowertung, sammeln vor allem die niedrigen Vorgaben. Vergibt sie Punkte nach der Nettowertung, ist das Feld offen, weil die Spielvorgabe die Handicap-Unterschiede vorher ausgleicht. Viele Clubs führen deshalb zwei Ranglisten nebeneinander. Was hinter den beiden Wertungen steckt, erklärt Bruttosieger und Nettosieger.
Wo die Bedingungen stehen
Die Serienbedingungen findest du an derselben Stelle wie die Turnierdetails: in der Ausschreibung der einzelnen Wettspiele oder in einer eigenen Serienausschreibung am Schwarzen Brett und im Clubportal. Lies vor dem ersten Start drei Dinge nach: welche Turniere zählen, ob eine Mindestzahl an Starts gefordert ist und ob Streichergebnisse erlaubt sind. Zuständig für all das ist der Spielausschuss, der die Serie auch auswertet und die Rangliste veröffentlicht.
Die Order of Merit berührt dein Handicap nicht
Das ist der wichtigste Punkt für die Praxis: Serienpunkte sind eine reine Clubwertung. Für deinen Handicap-Index zählt ausschließlich das Ergebnis der einzelnen vorgabenwirksamen Runde, umgerechnet in das Score Differential:
Score Differential = (Score − Course Rating) × 113 / Slope
Aus den letzten 20 dieser Werte bilden die besten 8 im Durchschnitt deinen Index. Ob du für dieselbe Runde 50 Serienpunkte oder gar keine bekommen hast, taucht in dieser Rechnung nirgends auf. Umgekehrt gilt aber: Jedes gewertete Turnier der Serie ist in aller Regel auch vorgabenwirksam und verändert deinen Index ganz normal — deine Spielvorgabe für das nächste Turnier der Serie kann also eine andere sein als beim letzten. Rechne sie vor jedem Start mit dem Handicap-Rechner nach:
Course Handicap (Spielvorgabe) = Runden(Index × Slope / 113 + (CR − Par))
Was das für deine Saisonplanung heißt
- Früh einsteigen. Wer die ersten zwei Serienturniere verpasst, holt den Rückstand über ein Punktesystem selten auf.
- Mindestteilnahme prüfen. Fehlt am Saisonende ein Start, kann die beste Punktzahl wertlos sein.
- Netto- oder Bruttowertung kennen. Danach richtet sich, ob sich ein Start für dich überhaupt lohnt.
- Streichergebnisse einplanen. Sind sie vorgesehen, darfst du ein schwaches Turnier abhaken statt es zu vermeiden.
Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Verbindlich sind die Ausschreibung bzw. die Serienbedingungen des jeweiligen Wettspiels und die Vorgabenführung durch deinen Heimatclub bzw. den DGV.
Spielvorgabe fürs nächste Turnier berechnen →
Häufige Fragen
Was ist eine Order of Merit im Golf?
Eine Order of Merit ist eine Serien- oder Jahreswertung: Mehrere Turniere eines Clubs werden über ein Punktesystem zu einer Rangliste verbunden. Punkte gibt es je nach Platzierung im einzelnen Turnier, am Saisonende gewinnt die höchste Gesamtpunktzahl.
Wie werden die Punkte bei einer Turnierserie vergeben?
Das legt der ausrichtende Club in den Serienbedingungen fest. Es gibt kein einheitliches Schema: Punkteschlüssel, zählende Turniere, mögliche Streichergebnisse und eine Mindestzahl an Starts stehen in der Ausschreibung der Serie.
Zählt eine Order of Merit fürs Handicap?
Nein. Serienpunkte sind eine reine Clubwertung und gehen nicht in den Handicap-Index ein. Die einzelnen Turniere der Serie sind aber meist vorgabenwirksam und verändern den Index über ihr jeweiliges Score Differential ganz normal.