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Stechen im Golf: Wie bei Punktgleichheit entschieden wird

Aktualisiert am 5. September 2026 · Timo Gede

Wenn zwei Personen im Turnier dasselbe Ergebnis abgeben, entscheidet nicht das Regelwerk, sondern die Ausschreibung des Wettspiels. Sie nennt vorab genau ein Verfahren — üblich sind ein Stechen auf dem Platz, eine Rückwärtszählung der Scorekarte oder das Los. Steht in der Ausschreibung nichts dazu, legt der Spielausschuss das Verfahren fest.

Die drei gängigen Verfahren

VerfahrenWie es abläuftTypisch für
Stechen (Play-off)Die gleichauf liegenden Personen spielen nach der Runde weitere Löcher, bis eine besser istBruttowertung, Titel, kleine Felder
RückwärtszählungDie Scorekarten werden abschnittsweise von hinten verglichenNettowertungen, große Felder
LosZufallsentscheid, wenn kein anderes Verfahren greiftNebenwertungen, Restplätze

Stechen: sudden death auf dem Platz

Beim Stechen geht es direkt nach der Runde zurück auf die Bahn — meist auf ein vorher benanntes Loch oder eine kurze Schleife. Gespielt wird Loch für Loch, bis ein Ergebnis besser ist als das andere; wer verliert, ist Zweiter. Das Verfahren ist eindeutig und für Zuschauende attraktiv, kostet aber Zeit und funktioniert nur, wenn alle Beteiligten noch vor Ort sind. Deshalb kommt es fast nur dort zum Einsatz, wo es um den Bruttosieg oder einen Titel geht — die Abgrenzung der Wertungen erklärt Bruttosieger und Nettosieger. Wird netto gestochen, bekommt jede Person auf dem Stechloch die Vorgabenschläge, die ihr dort nach Stroke Index zustehen.

Rückwärtszählung: die Karte von hinten vergleichen

Die Rückwärtszählung — auch Matching Cards oder Countback — braucht niemanden mehr auf dem Platz und ist deshalb der Normalfall in Nettowertungen. Verglichen werden die Ergebnisse immer kleiner werdender Abschnitte vom Ende der Runde her: erst die zweiten neun Löcher, dann die letzten sechs, die letzten drei und zuletzt das 18. Loch. Wer im ersten Abschnitt, in dem sich die Karten unterscheiden, besser ist, gewinnt. Bleibt es bis zum letzten Loch gleich, entscheidet das Los.

Zwei Dinge legt dabei die Ausschreibung fest, nicht die Rechenmethode: welche Abschnitte in welcher Reihenfolge verglichen werden, und wie in einer Nettowertung die Vorgabenschläge auf einen Teilabschnitt umgelegt werden. Verlass dich hier nicht auf Gewohnheit, sondern lies die Wettspielbedingungen — worauf du dort sonst noch achten solltest, steht in Ausschreibung Golfturnier lesen.

Warum Gleichstände beim Stableford so häufig sind

Nettowertungen nach Stableford produzieren systematisch viele identische Ergebnisse: Die Punktzahl je Loch ist auf einen schmalen Bereich begrenzt, und die Spielvorgabe zieht alle Teilnehmenden rechnerisch auf dasselbe Niveau.

Stableford-Punkte = max(0, 2 − (Netto-Schläge − Par))

Wer genau zu seiner Spielvorgabe spielt, landet bei 36 Punkten — und um diesen Wert herum drängen sich in jedem größeren Feld etliche Karten. In einem Feld mit 90 Personen sind mehrere Gleichstände auf den vorderen Rängen eher die Regel als die Ausnahme. Genau deshalb steht in praktisch jeder Ausschreibung ein Verfahren dafür, und genau deshalb teilen viele Turniere die Nettowertung zusätzlich in Vorgabenklassen auf.

Auf dein Handicap wirkt sich das Stechen nicht aus

Für den Index zählt allein die eingereichte Runde. Sie liefert genau ein Ergebnis:

Score Differential = (Score − Course Rating) × 113 / Slope

Aus den besten 8 der letzten 20 Differentials entsteht dein Index. Zusätzlich gespielte Stechlöcher gehören nicht zu dieser Runde — sie entscheiden nur über die Platzierung in der Turnierliste. Ob du das Stechen gewinnst oder verlierst, ändert an deinem Handicap-Index nichts. Rechne deine Spielvorgabe vor dem Turnier mit dem Handicap-Rechner nach; für Teamwettspiele gibt es den Scramble-Rechner.

Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Verbindlich sind die Ausschreibung des jeweiligen Wettspiels, die Entscheidungen des Spielausschusses und die Vorgabenführung durch deinen Heimatclub bzw. den DGV.

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Häufige Fragen

Was passiert bei Punktgleichheit im Golfturnier?

Es entscheidet das Verfahren, das die Ausschreibung vorab festlegt: ein Stechen auf dem Platz, eine Rückwärtszählung der Scorekarten oder das Los. Ist nichts festgelegt, bestimmt der Spielausschuss.

Wie funktioniert das Stechen beim Golf?

Die gleichauf liegenden Personen spielen nach der Runde weitere Löcher, bis eine ein besseres Lochergebnis erzielt. Welche Löcher gespielt werden, steht in der Ausschreibung. In einer Nettowertung gelten dabei die Vorgabenschläge des jeweiligen Lochs nach Stroke Index.

Was ist die Rückwärtszählung beim Golf?

Bei der Rückwärtszählung werden die Scorekarten vom Ende der Runde her abschnittsweise verglichen — üblicherweise zweite neun Löcher, letzte sechs, letzte drei, letztes Loch. Wer im ersten unterschiedlichen Abschnitt besser ist, gewinnt. Die genaue Reihenfolge legt die Ausschreibung fest.

Zählt ein Stechen für das Handicap?

Nein. Für den Handicap-Index zählt nur das Score Differential der eingereichten Runde. Zusätzlich gespielte Stechlöcher entscheiden ausschließlich über die Platzierung im Turnier.