Scratch-Golfer und Bogey-Golfer: die zwei Referenzspieler
Scratch-Golfer und Bogey-Golfer sind keine echten Personen, sondern zwei Referenzspieler, an denen jeder Platz vermessen wird. Der Scratch-Golfer spielt mit Handicap-Index 0,0, der Bogey-Golfer deutlich schwächer. Aus dem erwarteten Ergebnis des Scratch-Golfers entsteht das Course Rating, aus dem Abstand zwischen beiden Erwartungswerten der Slope.
Wer ist der Scratch-Golfer?
Der Scratch-Golfer ist der bessere der beiden Maßstäbe: ein Spieler mit Handicap-Index 0,0, der auf einem durchschnittlich schweren Platz ungefähr das Course Rating spielt. Er schlägt lang genug, um Par 4 in zwei und Par 5 in der Regel in drei Schlägen zu erreichen, und lässt sich von Wasser, Bunkern oder engen Fairways kaum aus dem Konzept bringen.
Sein Erwartungswert auf einem konkreten Platz und von einem konkreten Abschlag ist das Course Rating – die Zahl mit einer Nachkommastelle auf der Scorekarte. Deshalb ist das Course Rating auch der Nullpunkt jeder Handicap-Rechnung: Es sagt, was auf diesem Platz ein Ergebnis auf Scratch-Niveau wäre.
Wer ist der Bogey-Golfer?
Der Bogey-Golfer ist der zweite Maßstab: ein deutlich schwächerer Spieler, der auf einem durchschnittlich schweren Platz ungefähr Bogey-Golf spielt – also rund einen Schlag pro Loch über Par. Er schlägt kürzer, verfehlt öfter das Grün und verliert an Hindernissen mehr Schläge als der Scratch-Golfer.
Sein Erwartungswert ist das Bogey Rating. Es steht meist nicht auf der Scorekarte, weil du es nie selbst einsetzen musst – es steckt bereits im Slope-Wert. Die genauen Referenzwerte für Schlaglänge, Treffsicherheit und Handicap-Niveau beider Spieler legt das Rating-Verfahren des Verbands fest.
Die beiden im Vergleich
| Merkmal | Scratch-Golfer | Bogey-Golfer |
|---|---|---|
| Spielstärke | Handicap-Index 0,0 | ungefähr Bogey-Golf, also rund ein Schlag über Par pro Loch |
| Erwartungswert auf dem Platz | Course Rating | Bogey Rating |
| Auf der Scorekarte | steht in der Regel drauf | steht meist nicht drauf |
| Rolle im WHS | Nullpunkt des Score Differentials | Grundlage des Slope-Werts |
| Reaktion auf schwere Plätze | verliert wenige Schläge | verliert überproportional viele Schläge |
Warum zwei Referenzspieler nötig sind
Mit nur einem Maßstab ließe sich ein Platz nicht fair beschreiben. Zwei Plätze können dasselbe Course Rating haben und sich trotzdem völlig unterschiedlich spielen: Ein weiter, offener Platz kostet einen schwachen Spieler kaum mehr Schläge als einen guten. Ein Platz mit Carry über Wasser, tiefen Bunkern und schmalen Landezonen trifft dagegen fast nur den Bogey-Golfer.
Genau diesen Unterschied misst der zweite Referenzspieler. Der Abstand zwischen Bogey Rating und Course Rating ergibt den Slope – eine ganze Zahl zwischen 55 und 155, deren Mittelwert 113 ist. Großer Abstand heißt hoher Slope, kleiner Abstand niedriger Slope.
Wo die beiden in deiner Rechnung auftauchen
Du rechnest nie mit dem Bogey-Golfer, aber du rechnest ständig mit dem Ergebnis der beiden. Das Course Rating ist der Bezugspunkt deiner Runde:
Score Differential = (Score − Course Rating) × 113 / Slope
Der Slope – also der Abstand der beiden Referenzspieler – skaliert deinen Index auf den konkreten Platz:
Course Handicap = Runden(Index × Slope / 113 + (Course Rating − Par))
Ein Beispiel mit Index 20,0 zeigt, was der Slope bewirkt. Beide Plätze haben Par 72 und Course Rating 72,0, unterscheiden sich aber in der Schwierigkeit für schwächere Spieler:
| Platz | Slope | Rechnung | Spielvorgabe |
|---|---|---|---|
| weit und offen | 113 | 20,0 × 113 / 113 + (72,0 − 72) | 20 |
| eng, viel Wasser | 140 | 20,0 × 140 / 113 + (72,0 − 72) | 25 |
Fünf Schläge Unterschied bei identischem Course Rating – das ist der Bogey-Golfer, der sich in der Zahl versteckt. Beide Zeilen rechnet der Handicap-Rechner aus, sobald du CR, Slope und Par des gespielten Abschlags einträgst.
Bin ich der Bogey-Golfer?
Nein – die beiden Referenzspieler beschreiben den Platz, nicht dich. Dein Handicap-Index misst dein eigenes Niveau, und die Spielvorgabe übersetzt ihn auf den Platz. Wer zufällig ungefähr Bogey-Golf spielt, ist deshalb kein Sonderfall im System, sondern einfach ein Spieler mit dem entsprechenden Index.
Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Verbindlich für dein Handicap ist die Führung durch deinen Heimatclub bzw. den DGV.
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Häufige Fragen
Was ist ein Scratch-Golfer?
Ein Spieler mit Handicap-Index 0,0, der auf einem durchschnittlich schweren Platz ungefähr das Course Rating spielt. Sein erwartetes Ergebnis auf einem konkreten Platz ist genau das Course Rating dieses Abschlags.
Was ist ein Bogey-Golfer?
Der zweite Referenzspieler im Rating-Verfahren: ein deutlich schwächerer Spieler, der auf einem durchschnittlich schweren Platz ungefähr einen Schlag pro Loch über Par braucht. Sein Erwartungswert ist das Bogey Rating.
Welches Handicap hat ein Scratch-Golfer?
Handicap-Index 0,0. Spieler mit einem besseren Index führen ein Plus-Handicap, das mit einem Pluszeichen geschrieben wird.
Wozu braucht das Rating zwei Referenzspieler?
Weil ein Platz gute und schwache Spieler unterschiedlich hart trifft. Der Erwartungswert des Scratch-Golfers ergibt das Course Rating, der Abstand zum Bogey-Golfer den Slope zwischen 55 und 155.