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Klassischer Vierer (Foursome): Ablauf und Abschlagfolge

Aktualisiert am 10. September 2026 · Timo Gede

Im klassischen Vierer spielen zwei Personen gemeinsam einen einzigen Ball und wechseln sich dabei Schlag für Schlag ab. Die Abschläge sind über die Runde fest verteilt: Eine Person schlägt an allen ungeraden Löchern ab, die andere an allen geraden. Ab dem Abschlag geht es abwechselnd weiter, bis der Ball im Loch liegt. International heißt das Format Foursome.

Ablauf Loch für Loch

  1. Vor der Runde legt das Team fest, wer die ungeraden und wer die geraden Löcher anspielt. Diese Einteilung gilt für alle 18 Bahnen.
  2. Am Abschlag spielt nur die dafür eingeteilte Person.
  3. Den zweiten Schlag macht der Partner oder die Partnerin, den dritten wieder die Person vom Abschlag – und so weiter.
  4. Der Wechsel läuft weiter bis zum letzten Putt. Wer einlocht, ist damit nicht frei wählbar, sondern ergibt sich aus der Schlagzahl.

Daraus folgt eine feste Regel für jedes Loch: Wer abgeschlagen hat, spielt dort auch den dritten, fünften und siebten Schlag. Der Partner übernimmt die geraden Schlagnummern.

Die Abschlagfolge über 18 Löcher

LöcherAbschlagUngerade Schläge am LochGerade Schläge am Loch
1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17Spieler ASpieler ASpieler B
2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18Spieler BSpieler BSpieler A

Weil beide gleich viele Abschläge haben, ist die Einteilung fair, aber nicht beliebig: Wer die ungeraden Löcher übernimmt, schlägt an Loch 1 und Loch 17 ab. Viele Teams verteilen deshalb nach den Bahnen, die den Schlägen der jeweiligen Person am besten liegen.

Ein Loch im Beispiel

Par 4, Spieler A ist am Abschlag eingeteilt:

SchlagWer spieltSituation
1AAbschlag ins Fairway
2BAnnäherung aufs Grün
3APutt aus zehn Metern
4BPutt zum Par

Das Team notiert eine 4 – ein gemeinsames Ergebnis, kein Einzelergebnis. Genau das macht den Vierer taktisch anspruchsvoll: Man kann den Partner nicht durch einen eigenen guten Schlag retten, sondern übergibt ihm jede Lage so, wie sie ist.

Was Strafschläge und Fehler ändern

An der Reihenfolge ändert sich dadurch nichts. Kommt ein Strafschlag hinzu, wird er mitgezählt, der Wechselrhythmus des Balls läuft aber unverändert weiter. Muss ein Schlag wiederholt werden, spielt ihn dieselbe Person, die ihn ursprünglich ausgeführt hat. Wichtig ist, dass ihr die Schlagfolge während des Lochs mitzählt – die häufigste Verwechslung entsteht nach Strafschlägen oder einem Provisorischen.

Vorgabe im klassischen Vierer

Das Team liefert nur ein Ergebnis ab und braucht deshalb eine gemeinsame Vorgabe. Ausgangspunkt ist immer die Spielvorgabe jeder einzelnen Person für den gespielten Platz und Abschlag:

Spielvorgabe = Runden(Index × Slope / 113 + (Course Rating − Par))

Wie aus diesen beiden Werten eine Teamvorgabe wird, legt die Ausschreibung des Wettspiels fest – eine bundesweit einheitliche Formel für den klassischen Vierer gibt es nicht. Die eigenen Einzelwerte rechnet dir der Handicap-Rechner aus. Für das 2-gegen-2-Scramble ist beim GVNRW dagegen eine feste Gewichtung belegt, die der Scramble-Rechner anwendet:

Teamvorgabe (2er-Scramble) = Runden(0,35 × niedrigere + 0,15 × höhere Spielvorgabe)

Diese 35/15-Gewichtung gilt für das Scramble und ist nicht automatisch auf den Vierer übertragbar. Warum Teams generell weniger Schläge bekommen als jede Person einzeln, erklärt Spielvorgabe im Team vs. Einzel.

Wie der Vierer gewertet wird

Steht die Teamvorgabe fest, funktioniert die Wertung wie im Einzel – nur mit dem gemeinsamen Score. Im Zählspiel zieht ihr die Teamvorgabe vom Team-Brutto ab. Nach Stableford gilt pro Loch:

Punkte je Loch = max(0, 2 − (Netto-Schläge − Par))

Ein Netto-Par bringt 2 Punkte, ein Netto-Birdie 3, ein Netto-Bogey 1, ab Netto-Doppelbogey 0 – Details unter Stableford-Punkte berechnen. Im Lochspiel entscheidet stattdessen Loch für Loch das bessere Netto-Ergebnis der beiden Teams.

Zählt ein Vierer fürs Handicap?

Nein. Wie alle Formate mit einem gemeinsamen Ball ist der klassische Vierer nicht vorgabenwirksam: Es entsteht kein individuelles Ergebnis pro Person, also verändert die Runde den Handicap-Index nicht. Welche Runden zählen, steht in Was heißt vorgabenwirksam?. Die Abgrenzung zu Auswahldrive, Chapman, Vierball und Scramble liefert die Übersicht der Vierer-Formate.

Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Maßgeblich sind die Wettspielbedingungen deines Clubs; verbindlich für dein Handicap ist der Heimatclub bzw. der DGV.

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Häufige Fragen

Wie funktioniert ein klassischer Vierer im Golf?

Zwei Personen spielen einen einzigen Ball abwechselnd. Eine schlägt an den ungeraden Löchern ab, die andere an den geraden; danach wechseln sich beide Schlag für Schlag ab, bis der Ball im Loch ist. Es entsteht ein gemeinsames Team-Ergebnis pro Loch.

Wer schlägt beim Vierer ab?

Das Team teilt die Abschläge vor der Runde fest auf: eine Person spielt alle ungeraden Löcher an, die andere alle geraden. Die Einteilung gilt für die gesamte Runde und ändert sich auch nach Strafschlägen nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Vierer und Vierball?

Im Vierer spielt das Team nur einen Ball im Wechsel. Im Vierball spielt jede Person durchgehend ihren eigenen Ball, und pro Loch zählt das bessere der beiden Ergebnisse.