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Welche Spielformen zählen fürs Handicap?

Aktualisiert am 14. September 2026 · Timo Gede

Fürs Handicap zählen die Einzel-Spielformen: Einzel-Zählspiel und Einzel-Stableford, als Turnier ebenso wie als angemeldete Privatrunde. Teamformate, in denen mehrere Spieler einen gemeinsamen Ball spielen oder nur das bessere Ergebnis gewertet wird – Scramble, Vierer, Greensome, Chapman, Vierball – sind nicht vorgabenwirksam. Der Grund ist immer derselbe: Der Handicap-Index braucht einen vollständigen eigenen Score.

Das eine Kriterium hinter allen Spielformen

Aus jeder gewerteten Runde entsteht genau eine Zahl:

Score Differential = (Score − Course Rating) × 113 / Slope

In dieser Formel steht ein Score – deiner, über alle gespielten Löcher. Genau daran entscheidet sich jede Spielform: Liefert sie am Ende ein vollständiges eigenes Ergebnis, kann daraus ein Differential werden. Teilt sich das Ergebnis auf zwei oder vier Personen auf, gibt es diesen Score nicht – und damit auch nichts, was in die Handicap-Berechnung einfließen könnte. Welche formalen Bedingungen daneben gelten (Anmeldung, gültiges Rating, Zähler), steht im Beitrag Vorgabenwirksam: Welche Runden fürs Handicap zählen.

Die Übersicht nach Spielform

SpielformFürs Handicap?Begründung
Einzel-ZählspieljaJedes Loch mit eigenem Ball eingelocht – der Score ist vollständig
Einzel-StablefordjaPunkte lassen sich Loch für Loch in Netto-Schläge zurückrechnen
Registrierte Privatrunde (RPR/EDS)jaEinzelrunde, vorher angemeldet, mit Zähler
Einzel-Lochspiel (Matchplay)in der Regel neinLöcher werden aufgegeben, sobald sie entschieden sind – kein vollständiger Score
VierballneinPro Loch zählt nur das bessere der beiden Ergebnisse
Vierer / FoursomeneinEin Ball im Wechsel – der Score gehört dem Paar
Greensome, Chapman-ViererneinNach den ersten Schlägen wird ein gemeinsamer Ball gespielt
Scramble (2er, Texas, Florida)neinDas Team spielt gemeinsam von der besten Balllage weiter

Warum Teamformate ausscheiden – Beispiel Scramble

Im Scramble schlagen alle ab, das Team wählt den besten Ball und spielt von dort weiter. Nach 18 Löchern steht eine Teamzahl auf der Karte. Wie viel davon auf dich entfällt, ist nicht bestimmbar – dein Drive kann auf einem Loch der Gewinner gewesen sein und auf dem nächsten nach dem ersten Schlag aus dem Spiel. Deshalb hat auch das Team eine eigene Vorgabe statt zweier Einzel-Spielvorgaben; wie sie entsteht, zeigt Scramble-Vorgabe vs. Einzel-Spielvorgabe.

Beim Vierball spielt zwar jeder den eigenen Ball, gewertet wird aber je Loch nur das bessere Ergebnis. Wer sieht, dass der Partner bereits ein Netto-Par sicher hat, nimmt auf – vollkommen richtig fürs Team, aber am Ende fehlen Löcher im eigenen Score. Beim klassischen Vierer wird der Ball abwechselnd geschlagen: Der Score ist sauber, gehört aber zwei Personen. Einen Überblick über diese Formate gibt Vierer-Formate im Golf.

Sonderfall Lochspiel

Das Einzel-Lochspiel wäre formal eine Einzelrunde, praktisch fehlt aber meist der Score: Sobald ein Loch entschieden ist, wird es nicht mehr zu Ende gespielt, und bei einem Stand von 4&3 bleiben drei Bahnen ungespielt. In Deutschland werden Lochspiele deshalb in der Regel nicht vorgabenwirksam gewertet – verbindlich entscheidet das die Ausschreibung bzw. dein Heimatclub. Wie Lochspiel und Zählspiel sich unterscheiden, erklärt Matchplay vs. Zählspiel.

Was das für den Turnierkalender heißt

Ein Clubjahr mit vielen Scramble- und Vierer-Wettspielen kann sportlich hervorragend sein und den Index trotzdem unberührt lassen. Wer sein Handicap bewegen will, braucht Einzelrunden – im Turnier oder als vorher angemeldete Privatrunde. Wie die Anmeldung läuft, steht in EDS-Runde: So wird die Privatrunde vorgabenwirksam; die Spielvorgabe für den jeweiligen Platz liefert der Handicap-Rechner.

Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Verbindlich für dein Handicap ist die Führung durch deinen Heimatclub bzw. den DGV.

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Häufige Fragen

Welche Spielformen zählen fürs Handicap?

Einzel-Spielformen: Einzel-Zählspiel und Einzel-Stableford, als Turnier oder als vorher angemeldete Privatrunde. Sie liefern einen vollständigen eigenen Score, aus dem sich ein Score Differential berechnen lässt.

Zählt ein Scramble fürs Handicap?

Nein. Im Scramble spielt das Team einen gemeinsamen Ball, das Ergebnis gehört dem Team. Ein individueller Score, aus dem ein Differential entstehen könnte, existiert nicht.

Ist ein Vierball vorgabenwirksam?

Nein. Gewertet wird je Loch nur das bessere der beiden Einzelergebnisse, und Löcher werden häufig aufgegeben, sobald der Partner besser steht. Damit fehlt der vollständige eigene Score.