Wer bestimmt das Course Rating eines Golfplatzes?
Das Course Rating legt nicht der Golfclub selbst fest, sondern das Rating-Verfahren des zuständigen Verbands. Geschulte Rating-Teams vermessen den Platz vor Ort und bewerten ihn getrennt für zwei Referenzspieler – den Scratch- und den Bogey-Golfer. Aus deren erwarteten Ergebnissen entstehen Course Rating und Slope, die anschließend für jeden Abschlag auf der Scorekarte stehen.
Wer bewertet den Platz?
Die Platzbewertung ist Verbandssache. In Deutschland läuft sie über den Deutschen Golf Verband und die Landesgolfverbände, die dafür ausgebildete Rating-Teams einsetzen. Ein Club kann eine Bewertung beantragen und muss sie bei baulichen Veränderungen anstoßen, er kann die Werte aber nicht selbst bestimmen oder anpassen. Weltweit folgen die Verbände demselben Rating-Verfahren – deshalb sind CR- und Slope-Werte aus verschiedenen Ländern miteinander vergleichbar.
Was bewertet wird
Die Bewertung erfasst zwei Dinge: die tatsächlich gespielte Länge und alles, was das Spiel darüber hinaus erschwert. Betrachtet wird jede Bahn einzeln und von jedem Abschlag aus.
| Bewertungsbereich | Beispiele |
|---|---|
| Länge | gemessene Bahnlänge, Höhenunterschiede, Doglegs, Rollverhalten, vorherrschender Wind |
| Spielerische Schwierigkeit | Fairwaybreite, Rough, Bunker, Wasser und Aus, Bäume, Grüngröße und Grünkonturen |
Entscheidend ist, dass beide Bereiche zweimal bewertet werden: einmal aus Sicht des Scratch-Golfers und einmal aus Sicht des deutlich schwächeren Bogey-Golfers. Wer diese beiden Referenzspieler sind, erklärt der Beitrag Scratch-Golfer und Bogey-Golfer. Die genauen Bewertungsmaßstäbe und Tabellen des Verfahrens sind Sache des Verbands.
Vom Ergebnis zur Zahl auf der Scorekarte
Am Ende der Bewertung stehen zwei Erwartungswerte pro Abschlag. Der Erwartungswert des Scratch-Golfers ist das Course Rating – die Zahl mit einer Nachkommastelle. Der Erwartungswert des Bogey-Golfers ist das Bogey Rating; es steht meist nicht auf der Karte, weil es bereits im Slope steckt.
Der Slope wird aus dem Abstand der beiden Erwartungswerte abgeleitet: Je stärker ein Platz den schwächeren Spieler zusätzlich trifft, desto höher der Slope. Er ist eine ganze Zahl zwischen 55 und 155, der Mittelwert liegt bei 113.
Warum jeder Abschlag eigene Werte hat
Ein Platz bekommt nicht ein Rating, sondern viele: für jeden Abschlag und getrennt für Damen und Herren jeweils ein eigenes CR und einen eigenen Slope. Das ist keine Formsache, sondern Folge der Methode – von den hinteren Abschlägen ist der Platz länger und damit anders schwer. Auf der Scorekarte findest du deshalb eine Tabelle statt einer einzelnen Zahl. Nimm immer die Zeile des Abschlags, von dem du tatsächlich gespielt hast; mehr dazu unter Course Rating für Damen und Herren.
Was die Bewertung für deine Rechnung bedeutet
Die beiden Zahlen aus dem Rating sind die einzigen Platzangaben, die in deine Handicap-Rechnung eingehen. Das Course Rating ist der Nullpunkt deiner Runde:
Score Differential = (Score − Course Rating) × 113 / Slope
Und der Slope skaliert deinen Index auf genau diesen Platz und Abschlag:
Spielvorgabe = Runden(Handicap-Index × Slope / 113 + (Course Rating − Par))
Ein Beispiel: Index 18,0, Platz mit CR 71,4, Slope 128 und Par 72. Die Spielvorgabe ist 18,0 × 128 / 113 + (71,4 − 72) = 20,39 − 0,6 = 19,79, gerundet 20. Dieselbe Rechnung erledigt der Handicap-Rechner, sobald du die drei Werte der Scorekarte einträgst.
Wenn sich ein Platz ändert
Wird umgebaut, verlegt oder verlängert, passt nicht der Club die Zahlen an, sondern der Platz wird neu bewertet. Was ein neues Rating für deine Spielvorgabe bedeutet und ab wann es gilt, steht im Beitrag Course Rating neu bewertet.
Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell. Verbindlich sind die Angaben deines Heimatclubs bzw. des DGV.
Mit CR und Slope rechnen →
Häufige Fragen
Wer bestimmt das Course Rating eines Golfplatzes?
Das zuständige Verbands-Rating-Team, in Deutschland über den DGV und die Landesgolfverbände. Der Club kann eine Bewertung beantragen, die Werte aber nicht selbst festlegen oder ändern.
Wie wird das Course Rating ermittelt?
Rating-Teams bewerten jede Bahn von jedem Abschlag aus nach gespielter Länge und nach Hindernissen wie Wasser, Bunkern, Rough und Grünkonturen – und zwar getrennt für den Scratch-Golfer und den Bogey-Golfer.
Wer legt den Slope-Wert fest?
Niemand legt ihn separat fest: Der Slope ergibt sich im selben Rating-Verfahren aus dem Abstand zwischen dem Erwartungswert des Bogey-Golfers und dem Course Rating. Er liegt zwischen 55 und 155, im Mittel bei 113.
Kann ein Golfclub sein Course Rating selbst ändern?
Nein. Ändert sich der Platz baulich, muss er neu bewertet werden; die neuen Werte kommen wieder vom Verband und gelten dann laut Scorekarte.