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World Handicap System erklärt: Index, Spielvorgabe, Wertung

Aktualisiert am 2. August 2026 · Timo Gede

Das World Handicap System (WHS) ist das weltweit einheitliche Vorgabensystem im Golf. Es trennt konsequent zwei Dinge: Dein Handicap-Index beschreibt dein Spielniveau platzunabhängig und ist der Durchschnitt der besten 8 deiner letzten 20 Score Differentials. Deine Spielvorgabe entsteht erst am jeweiligen Platz, wenn dieser Index auf Slope, Course Rating und Par des gewählten Abschlags umgerechnet wird.

Die drei Kennzahlen des WHS

Fast alle Missverständnisse rund ums WHS lösen sich auf, sobald man die drei Ebenen auseinanderhält. Sie bauen aufeinander auf:

KennzahlWas sie beschreibtWo sie gilt
Handicap-Indexdein Spielniveau, eine Nachkommastelleweltweit, platzunabhängig
Course Handicap (Spielvorgabe)Schläge auf diesem Platz und diesem Abschlageine konkrete Runde
Playing HandicapSpielvorgabe nach Wettspielfaktor der Spielformein konkretes Wettspiel

Der Index ist der Wert, den du im Ausweis stehen hast und den du beim Anmelden nennst. Gespielt wird aber immer mit der Spielvorgabe. Den Unterschied im Detail erklärt Course Handicap vs. Handicap-Index, die Ebene darüber der Beitrag Playing Handicap.

Wie der Handicap-Index entsteht

Jede vorgabenwirksame Runde wird zuerst platzunabhängig gemacht. Dazu dient das Score Differential:

Score Differential = (Score − Course Rating) × 113 / Slope

Die 113 ist der mittlere Slope-Wert (die Slope-Spanne reicht von 55 bis 155). Dadurch wird eine 92 auf einem schweren Platz mit einer 92 auf einem leichten vergleichbar. Beispiel: Score 92, Course Rating 71,2, Slope 130 ergibt (92 − 71,2) × 113 / 130 = 18,1. Aus diesen Einzelwerten wird der Index gebildet:

Handicap-Index = Durchschnitt der besten 8 der letzten 20 Score Differentials

Den Rechenweg Schritt für Schritt zeigt Handicap-Index berechnen. 9-Loch-Runden zählen ebenfalls und werden über einen vom Index abhängigen Erwartungswert auf 18 Löcher hochgerechnet: Differential(18) = (Score9 − CR9) × 113 / Slope9 + (0,52 × Index + 1,2).

Vom Index zur Spielvorgabe

Am ersten Abschlag wird der Index auf den Platz übersetzt:

Course Handicap (Spielvorgabe) = Runden(Index × Slope / 113 + (CR − Par))

Genau hier zeigt sich der Kern des Systems: Derselbe Index führt je nach Platz und Abschlag zu unterschiedlich vielen Schlägen. Für einen Index von 18,0:

Platz / AbschlagSlopeCRParSpielvorgabe
leichter Platz11371,07217
mittlerer Platz13071,27220
schwerer Platz14574,07225

Auf dem schweren Platz bekommst du also 8 Schläge mehr als auf dem leichten – ohne dass sich dein Spielniveau geändert hätte. Was Slope und Course Rating jeweils bedeuten, erklären Slope-Wert einfach erklärt und Course Rating einfach erklärt. Beide Umrechnungen nimmt dir der Handicap-Rechner ab; für Team-Formate gibt es zusätzlich den Scramble-Rechner.

Welche Runden zählen

Voraussetzung ist immer, dass die Runde vor dem Start als vorgabenwirksam angemeldet und regelkonform mit Zähler gespielt wurde; was das genau heißt, steht in Was heißt vorgabenwirksam?. Für die Handicap-Berechnung gilt pro Loch das Netto-Doppelbogey als Obergrenze – eine einzelne Katastrophenbahn kann dein Differential also nicht beliebig aufblähen.

Wie sich der Index über 20 Runden entwickelt

Der Index ist kein Konto, sondern ein rollierendes Fenster. Kommt eine neue Runde dazu, fällt die 21. hinten heraus und der Durchschnitt der besten 8 wird komplett neu gebildet. Praktisch heißt das:

Hast du noch keine 20 Ergebnisse, greifen Übergangsregeln: Es zählen dann weniger Runden, teils mit Anpassung. Zusätzlich kennt das WHS Schutzmechanismen gegen zu schnelle Ausschläge nach oben (Soft Cap und Hard Cap) sowie eine Anpassung für außergewöhnliche Platz- und Wetterverhältnisse (PCC). Die genauen Schwellen regelt der DGV.

Warum das System weltweit gleich rechnet

Vor dem WHS existierten mehrere nationale Systeme nebeneinander – eine Vorgabe aus Deutschland war mit einer aus den USA oder Australien nicht direkt vergleichbar. Heute nutzen alle beteiligten Verbände dieselbe Differential-Formel, dieselbe Best-8-von-20-Regel und dieselbe Umrechnung auf den Platz. Deshalb kannst du im Urlaub eine Runde einreichen und sie fließt genauso in deinen Index ein wie die Clubmeisterschaft zuhause. Der höchste mögliche Index bleibt 54,0, ein niedrigerer Wert ist weiterhin der bessere. Was sich gegenüber dem alten deutschen System konkret geändert hat, steht in WHS vs. altes Vorgabensystem.

Hinweis: Diese Erklärung ist inoffiziell und bewusst vereinfacht. Verbindlich für dein Handicap sind die Vorgabenbestimmungen des DGV und die Führung durch deinen Heimatclub.

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Häufige Fragen

Was ist das World Handicap System?

Das WHS ist das weltweit einheitliche Vorgabensystem im Golf. Es berechnet aus deinen Runden einen Handicap-Index als Durchschnitt der besten 8 der letzten 20 Score Differentials und rechnet diesen Index am jeweiligen Platz in eine Spielvorgabe um.

Was ist der Unterschied zwischen Handicap-Index und Spielvorgabe?

Der Handicap-Index beschreibt dein Spielniveau platzunabhängig und hat eine Nachkommastelle. Die Spielvorgabe ist die Zahl der Schläge auf einem konkreten Platz und Abschlag: Runden(Index × Slope / 113 + (CR − Par)).

Wie viele Runden brauche ich für ein WHS-Handicap?

Voll ausgeschöpft ist die Berechnung bei 20 Runden, weil dann die besten 8 zählen. Mit weniger Ergebnissen bekommst du bereits ein Handicap, es greifen dann Übergangsregeln mit weniger zählenden Runden.